# Ein Kätzchen, kein Tiger

Eine nationale Kommission hört erstmals öffentlich Betroffene an. Aber was kann sie bewirken? Ein Opfer sexueller Gewalt ist skeptisch.
„… Was hier passiert, ist, dass den inneren Kindern in den Erwachsenen von heute einmalig eine Chance zur Neuverhandlung der traumatischen Erfahrung ermöglicht wird (indem ihnen zugehört und geglaubt wird). Aber weder wird den Erwachsenen von heute ein langfristiges Hilfsangebot gemacht – noch wird den Kindern geholfen, die jetzt in diesem Moment von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Das ist eine Groteske!“, schreibt ANDREAS HUCKELE  in: „Der Freitag“ vom 26.1.2017.
Was heißt Aufarbeiten, Aufklären, Aufdecken in Deutschland heute? Was tun?

 

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# Verurteilt

Gilt die Unschuldsvermutung für jede/n? Wann hört Aufklärung auf und wo fängt Denunziation an? Warum herrscht einerseits oft Schweigen und es irren betretene Blicke, wenn jemand erzählt: Ich bin als Kind missbraucht worden? Warum genügt andererseits oft ein noch unbewiesener Verdacht, um einen Menschen sozial zu töten?
Eine Erzieherin wird beschuldigt, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Der Verdacht erhärtet sich nicht –  in ihr früheres Leben findet die junge Frau dennoch nicht zurück. Ein Beitrag von PETRA PLUWATSCH. Weiterlesen

# Macht, Sexualität und Gewalt

„Wieder und wieder werden wir in den letzten Jahren mit der verdrängten Realität des sexuellen Missbrauchs und der Gewalt konfrontiert: ob im reformpädagogischen Milieu der Odenwaldschule, dem konservativ-zölibatären Umfeld der katholischen Kirche oder im Kontext der frühen Jahre der Partei der Grünen. In zyklischen Rhythmen gibt es neue Enthüllungen und neue Empörungswellen – und doch scheint die Aufklärung der Strukturen und Bedingungen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen immer noch einen blinden Fleck in der Gesellschaft darzustellen. Welche Tabus behindern bis heute die selbstkritische Analyse der Missbrauchs-Fälle? Welche Selbstgewissheiten müssen in Frage gestellt werden, damit nicht nur die Opfer Gehör finden, sondern auch die Ursachen bearbeitet werden? Welche juristischen oder politischen Konsequenzen für die Präventionsarbeit fehlen bis heute?“, fragt CAROLYN EHMCKE im Gespräch mit ANDREAS HUCKELE. Eine immer noch aktuelle Aufzeichnung aus dem Jahre 2013 in der Berliner Veranstaltungsreihe: streitraum. Weiterlesen

# (Keine) Chance für Verständigung?

Für DR. ANNEMARIE VON DER GROEBEN und PROF. DR. SUSANNE THURN  ist „eine übergriffige Pädagogik ein Albtraum, der mit allen Mitteln verhindert werden muss. Aber eine beziehungs- und lieblose Pädagogik ist ebenso ein Albtraum. Wir müssen diese schwierige Balance aushalten und zur Sprache bringen.“ Die Autorinnen „fordern alle, die Hentigs Pädagogik kritisieren oder es für angebracht halten, sie – entgegen ihrer früher vielfach bekundeten Zustimmung – jetzt totzuschweigen, dazu auf, ihre Kritik und ihre eigenen Vorstellungen zu präzisieren … Einem solchen kritischen Diskurs möchten wir uns stellen – mit allen, die dazu bereit sind, nicht pauschal zu verurteilen, sondern nachdenklich und mit dem Bemühen um Verstehen aufeinander zuzugehen.“  Weiterlesen

# Der pädophile Patient

 

Pädophilie ist ein Phänomen jedes Kulturkreises und jedes Zeitalters. Therapeuten, die sich mit diesem Tabu beschäftigen, sind sich sicher, dass es Pädophile immer geben wird. Gerade deshalb brauche die Gesellschaft eine offene Auseinandersetzung mit dem Thema, so ihre Forderung. Die ARTE-Dokumentation von  LIZ WIESKERSTRAUCH räumt mit Mythen auf und erläutert aktuelle Forschungsergebnisse. Weiterlesen

# Ein Plädoyer
für eine getrenntgeschlechtliche Betrachtung der Pädophilie und das Dilemma des Internets

 

Anmerkungen von MANFRED SCHÖNEBECK, angeregt durch eine kontroverse Diskussion über die Beziehung des Nestors der Schulreformen, Hartmut von Hentig, zum verstorbenen ehemaligen Leiter der Odenwaldschule, Gerold Becker, und dessen sexuelle Übergriffe auf Schutzbefohlene Weiterlesen

# Hentig an den Pranger?
Notizen aus aufgeregter Umgebung

Chiang Mai, School for Life, Thailand, 19. Juli / 27. Juli / 30. Juli 2016/ 14.August 2016/ 7.Februar 2017

PROF. EM. DR. JÜRGEN ZIMMER über:

I. JOCKELE, GANG DU VORAN!
Angst essen Seele auf

II. DIE JAGDGESELLSCHAFT
Im Netz
Oh, Adrian!
Spökenkieker
Kapitän Brachmann
Starke Worte
Keulenschwinger
Die Konvertiten

III. DIE EINEN UND DIE ANDEREN
Die Lotterie
Die Erkenntnisse des Hans Keilson
Kein Täter werden
Kurzer Traum
Ein mehrfaches Machtgefälle
Die Verteidigung des Verurteilten

IV. „DU HAST KEIN HERZ, JOHNNY…“
Eine Liebe mit Schlagseite
Eine Liebe über den Tod hinaus
Stellensucher oder: ein weites Panorama

V. NACHTRÄGE
Meinungsvielfalt und die Stellungnahme des Betroffenenrates
„Rashomon“ und Nachrichten aus der Zukunft
Die „Neue Sammlung“ und eine Fehlentscheidung
Mädchen und Missbrauch
Kleine Blütenlese aus „Jeder Missbrauch hat Mitwisser“

 

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# Liebe, und tue, was du willst?

„Was K. zusätzlich verwirrte und auch ärgerte, war das ängstliche Beschweigen der Tragödie. Es nahm Opfer wie Täter nicht ernst. Man wahrte den schönen Schein einer heilen Welt. Man ging zur Tagesordnung über als wäre nichts geschehen. Von Hartmut Pfeffer sprach an dieser Hochschule fortan niemand mehr. Es war, als hätte es diesen Mann nie gegeben.“
PROF. DR. PETER KERN erzählt eine Geschichte von K., aus der Reihe: Dichtung und Wahrheit“, nachzulesen im „Haus des Verstehens“.
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# Pädophilie und Pädagogik

JÜRGEN ZIMMER über

– Pädophilie zwischen Dämonisierung und Verharmlosung
– Scham und Schweigen
– Präventive Strukturen
– Sorgfaltspflicht, falsche Zuschreibungen und das McCarthy-Syndrom
– Die Gunst des Milieus
– Gerold Becker …

Dieses Dossier schrieb JÜRGEN ZIMMER, Prof. em. Dr., zur Vorbereitung eines Colloquiums der Internationalen Akademie Berlin (INA), das am 25. September 2010 stattfand.  Weiterlesen