# Immerhin – “Entsorgung” der Diffamierung von Dr. Lutz van Dijk

In einer Presseerklärung des Betroffenenrates vom 21. Juli 2016 wurde Dr. Lutz van Dijk (Kapstadt) diffamiert als “Dulder”, “Unterstützer” und “Leugner” von sexuellem Kindesmissbrauch. In zwei Eingaben an den “Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung zu Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs” vom 30.9.2016 und 15.11. 2016 protestierte er gegen diese Anschuldigungen und forderte einen Beleg der Behauptungen oder eine Entschuldigung und Rücknahme.

Gleichwohl betonte er mehrfach, wie wichtig es ist, effektiver gegen Strukturen vorzugehen, die sexuellen Missbrauch sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern erst ermöglichen. Er selbst ist engagiert in Projekten zum Kinderschutz vor allem in Südafrika. Auch andere – Kolleginnen und Kollegen, die ihn und seine Arbeit gut kennen – schlossen sich seinem Protest an und schrieben Briefe an den Beauftragten sowie den Betroffenenrat. Niemand erhielt bis heute eine offizielle Antwort.

Durch Zufall erfuhr Dr. van Dijk nun, dass sein Name aus der Presseerklärung vom 21. Juli 2016 gestrichen worden war – eine “offenkundig klammheimliche Entsorgung” – wie ein Kollege schrieb. Vielleicht wird eines Tages doch noch ein fairer, auch internationaler Dialog möglich – fern von personalisierten oder anonymisierten Behauptungen ohne jeden Beleg.

# Fragen (nicht nur) an den Vorstand der DGFE

„Dass die Stimmen der Opfer ihr eigenes Recht auf Gehör und Gewichtung behalten, bleibt eben dadurch (gemeint: das Erscheinen des Hentig-Buches) unbestritten. Aber darf ihren Berichten und Erfahrungen keine andere, ergänzende, möglicherweise korrigierende Darstellung mehr öffentlich gegenübergestellt werden? Sind wir an einem Punkt angekommen, an dem derjenige, der aus der Perspektive des Angeklagten Wichtiges und Notwendiges zu sagen versucht, verstummen muss? Begeht heutzutage jemand einen Tabubruch, der etwas darlegt, das geeignet sein könnte, eine differenziertere Sicht auf Taten und Täter bei Sexualdelikten zu ermöglichen? Muss, wer sich dazu entschließt, solches öffentlich zu tun mit persönlichem und wirtschaftlichem Ruin rechnen?
Das bedeutete das Ende jeder demokratischen und rechtsstaatlichen Kultur. Und es bedeutet –  tragischerweise – eine Wiederholung eines Teiles jenes Unrechts, das Missbrauchsopfer so lange erdulden mussten“, schreibt DOROTHEE FRIEBEL  in ihrem Brief an den Vorstand der DGfE.
Und sie fordert: „Aufgabe der DGfE müsste es sein, sich gerade auf dem exponierten Gebiet der Erziehung und ihrer Wissenschaft für die Wahrung elementarer Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit einzusetzen, die es verbieten, Urteile auf der Grundlage von Vorwürfen, Forderungen und persönlicher Betroffenheit zu fällen.“ Weiterlesen

# Zur Diskussion um sexuelle Gewalt

… hat der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften eine Stellungnahme veröffentlicht.
In dieser erkennt er Hartmut von Hentig den Ernst-Trapp-Preis ab und informiert über neue Vorhaben. Argumentativ begründet der Vorstand seine mehrheitlich gefasste Entscheidung zur Aberkennung des Preises mit Verweis auf bislang nicht öffentliche interne Diskussionen und mit dem Hinweis auf zwei Fußnoten im Dokument. Darin werden – nachzulesen unter den verschiedenen Rubriken auf diesem Blog – zwei Presse-Rezensionen, eine Stellungnahme, die Vorwürfe auf einer knappen Seite auflistet und „u.a. die Beiträge auf diesem Blog“ aufgeführt.

 

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# Kleine Blütenlese

Wir hatten schon Bonny & Clyde, Cindy & Bert, Rodgers & Hammerstein, Pat Garrett & Billy the Kid, Das doppelte Lottchen, Tausch & Tausch, und nun haben wir: Oelkers & Miller. Wenn Oelkers A sagt, sagt Miller AA. Er gibt immer noch eins drauf. Während bisher die Gleichung lautete „Hentig = Mitwisser = Täterschützer = Opferverhöhner“, heißt nunmehr eine zweite Gleichung “ Blog-Autoren = Hentig-Verteidiger = Täterschützer = Opferverhöhner“. Miller, der chilischarfe Cleaner, der mit der ganzen Mischpoke (gemeint: wir anderen Autorinnen und Autoren des Blogs) aufräumt.
Eine kleine Blütenlese von JÜRGEN ZIMMER aus „Jeder Missbrauch hat Mitwisser“. Weiterlesen

# Kinderrechte und Kindeswohl gewährleisten – übersehene Desiderate?

BERND SENSENSCHMIDT stimmt Alfons Kleine Möllhoff zu, „wenn er mit Hinweis auf die Wehrbeschwerdeordnung der Bundeswehr moniert, dass Millionen von Kindern und Jugendlichen in Schulen – in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft wie in privat-rechtlicher – kein funktionierendes Beschwerde-Management zur Verfügung steht. Kinder und Jugendliche sind damit schlechter gestellt als erwachsene Angehörige einer Institution, für die Befehl und Gehorsam konstitutiv sind … Nach der Kinderrechtskonvention müssten neutrale und mit Verschwiegenheitsgarantie ausgestattete Instanzen geschaffen werden, an die sich Kinder und Jugendliche in allen Notlagen wenden können. Diese gibt es an unseren Schulen für Millionen Schüler/innen bis heute nicht! Und noch immer sind keinerlei politische Aktivitäten erkennbar, sie zu schaffen“, schreibt  Bernd Sensenschmidt. Weiterlesen

# Hentig antwortet Miller

Auf diesem Forum kommen die verschiedenen, einander wi­dersprechenden, oft polemischen Meinungen zu Wort.  Zum „Angriff“ von Damian Miller auf etliche in diesem Forum veröffentlichte Äußerungen hat einer der namentlich genannten Autoren, Hartmut von Hentig eine Gegendarstellung ge­schrieben. Der Text ist lang und könnte schon da­durch manche Nutzer von der Lektüre abhalten. Um ihnen den Zugang zu erleichtern, haben wir im Folgenden die wichtigsten Argumente und Fragen drastisch gerafft und stellen diese Zusammenfassung Hentigs Text voran.
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# Die Vertäterung des Diskurses

„… durch PROF.DR. DAMIAN MILLER  (im vorangegangenen Beitrag. Die Red.) verdeckt Verantwortlichkeiten, verschiebt diese in einen für ihn bequemen Argumentationsmodus“, entgegnet ALFONS KLEINE MÖLLHOFF. Warum hilft dieser „Argumentationsmodus“ weder gegenwärtigen noch zukünftigen Opfern von sexueller Gewalt? Was ist stattdessen sorgfältig aufzuklären? Weiterlesen

# Jeder Missbrauch hat Mitwisser

„Hartmut von Hentig verteidigt in seiner Biografie einen der Haupttäter im Missbrauchsskandal der Odenwaldschule. Auch auf einer (gemeint: dieser – Die Red.) Webseite wird die Demütigung der Opfer weiter betrieben“, schreibt DAMIAN MILLER  in der FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 2. Dezember 2016. Weiterlesen

# Der Unabhängige Beauftragte antwortet nicht

Seit der zweiten Beschwerde von LUTZ VAN DIJK vom 30. September 2016 wegen Diffamierung als u. a. „Dulder“, „Unterstützer“ und „Leugner“ von sexuellem Kindesmissbrauch durch eine weit verbreitete Presse-Erklärung des BETROFFENENRATES beim „Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs“ vom 21. Juli 2016, haben sich mehrere Persönlichkeiten – die sowohl Lutz van Dijk als auch seine Arbeit in einem Township Südafrikas kennen, wo er sich seit mehr als 15 Jahren auch gegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Frauen engagiert – an den Beauftragten, Herrn RÖRIG, gewandt. Sie appellieren, diese Diffamierung umgehend zurückzunehmen, da sie einen Schatten auf ein international anerkanntes Projekt wirft. Weiterlesen

# (Keine) Chance für Verständigung?

Für DR. ANNEMARIE VON DER GROEBEN und PROF. DR. SUSANNE THURN  ist „eine übergriffige Pädagogik ein Albtraum, der mit allen Mitteln verhindert werden muss. Aber eine beziehungs- und lieblose Pädagogik ist ebenso ein Albtraum. Wir müssen diese schwierige Balance aushalten und zur Sprache bringen.“ Die Autorinnen „fordern alle, die Hentigs Pädagogik kritisieren oder es für angebracht halten, sie – entgegen ihrer früher vielfach bekundeten Zustimmung – jetzt totzuschweigen, dazu auf, ihre Kritik und ihre eigenen Vorstellungen zu präzisieren … Einem solchen kritischen Diskurs möchten wir uns stellen – mit allen, die dazu bereit sind, nicht pauschal zu verurteilen, sondern nachdenklich und mit dem Bemühen um Verstehen aufeinander zuzugehen.“  Weiterlesen

# Mord ist weniger schlimm?

MARIE SANDER, Erzieherin in Berlin-Kreuzberg schreibt: In einem Kreis von Frauen – die meisten Pädagoginnen und Psychologinnen – treffen wir uns seit Jahren, um über Literatur zu reden. Diesmal sprachen wir über unsere Sommerlektüre. Ich hatte im Sommer den dritten Band der Biografie Hartmut von Hentigs gelesen. Weiterlesen

# Lernchancen statt Denkmalsturz

„Eines der vermutlich am häufigsten wiederholten Hentig-Zitate dürfte die programmatische Formulierung sein: Die Menschen stärken, die Sachen klären. Das ist ein unabschließbares Projekt, eine Zielsetzung, die mit sich wandelnden gesellschaftlichen Herausforderungen immer wieder neu konkretisiert werden und der man sich immer wieder neu annähern muss. Kann man ein solches Konzept heute noch zitieren?“, fragt PROF. DR. MARIANNE HORSTKEMPER. Weiterlesen

# Jenseits von Schwarz-Weiß-Malereien

Aufgrund von Rückmeldungen präzisierte und erweiterte  PROF. DR. HANS BRÜGELMANN seine Stellungnahme vom 25.8.2016.
„Es ist schwierig, sich in der öffentlichen Diskussion zu Hentigs Buch verständlich zu machen, wenn man nicht die Moralkeule gegen den Verfasser schwingt … Die Lektüre von Hentigs Selbsterforschung sollte auch Anlass sein, sich den eigenen Schwächen und Fehlern zu stellen, statt sich nur über die der anderen zu empören.“ Dem Autor ging es beim Lesen von Hentigs drittem Band wie bei den bekannten Kippbildern, in denen man je nach Blickwinkel eine andere Figur erkennt …

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# Hentig an den Pranger?
Notizen aus aufgeregter Umgebung

PROF. EM. DR. JÜRGEN ZIMMER über die Jagdgesellschaft, Spökenkieker und Stellensucher, Keulenschwinger und Konvertiten; über die Einen und die Anderen; über eine Liebe über den Tod hinaus; über Meinungsvielfalt und öffentliche Stellungnahmen, über „Rashomon“ und Nachrichten aus der Zukunft; über die „Neue Sammlung“ und eine Fehlentscheidung; über Mädchen und Missbrauch und eine kleine Blütensammlung.

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# Bitte um öffentliche Aufklärung einer öffentlichen Falschmeldung

LUTZ VAN DIJK an die Unabhängige Aufarbeitungskommission

Sehr geehrte Frau Beck,
Dank für Ihre Antwort im Namen der Aufarbeitungskommission.

Bitte erlauben Sie mir, direkt an Herrn Prof. Keupp zu schreiben, mit dem ich auf Bitte Ihrer Vorsitzenden vor gut einer Woche telefonierte und der vermutlich helfen kann, das offenkundig vorliegende Missverständnis zu klären. Weiterlesen