Leseprobe Kapitel 10

Mir wird einfach nicht geglaubt
Aus Kapitel 10: Missbrauchte Arglosigkeit – ich gehe in die Falle

… Anfang, Ende und Verlauf des Gesprächs waren für mich nicht absehbar. Vermutlich auch für Tanjev Schultz nicht. Nur die „Logik“ des Ganzen stand für mich fest. Ich hatte sie auf einem Zettel in der Form von sechs Fragen notiert, die ich an Tanjev Schultz’ Stelle im Kopf hätte, um brauchbarer Auskunft teilhaftig zu werden. Der Zettel, der im Nebenzimmer auf meinem Schreibtisch lag, sah so aus:

  1. Was haben Sie, Hentig, von dem gewusst, was Gerold Becker vorgeworfen wird?
  2. Wenn Sie nichts gewusst haben – was haben Sie gedacht?
  3. Wenn Sie nichts gedacht haben – warum nicht?
  4. Wenn Sie doch etwas gewusst haben – was genau?
  5. Wie haben Sie darauf [= die Becker vorgeworfenen Taten] reagiert? Wenn Sie nicht reagiert habenwarum nicht?
  6. Wie lebt man dann mit dem Unausgesprochenen zwischen sich und dem anderen?

Die letzten drei Fragen durfte ich vergessen. Nachdem ich geantwortet haben würde: „Ich habe nichts gewusst“, waren sie erledigt, durfte ich doch damit rechnen, dass mir Tanjev Schultz glaubt (…) Überblicke ich nachträglich unser sich über fast drei Stunden hinziehendes Gespräch, ist mir klar, dass Tanjev Schultz mir dies zu keinem Zeitpunkt geglaubt hat …

 

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