Leseprobe Kapitel 11

Die eine Zeitung gibt das vernichtende Urteil der anderen wieder
Aus Kapitel 11: Fünf große Zeitungen brechen den Stab über mir – System

… Am 12.03.2010 lagen neun Fragen des SPIEGEL vor und bekamen (es war ein Freitag) am selben Tag eine Antwort – ein Bote holte sie ab –, sollte damit doch die Montags-Ausgabe noch erreicht werden. Diese kaufte ich am Morgen und fand unter der Überschrift „Kein böses Wort, kein Zweifel“ eine Auslegung meiner Antworten und den Vermerk: „Den vollen Wortlaut des schriftlichen Interviews mit Hartmut von Hentig lesen Sie in SPIEGEL-online.“ Wer würde das noch tun wollen, nachdem ihm auf einer ganzen Seite bedeutet worden ist, wie nichtig meine Antworten auf die „vielen, schrecklichen, intimen Fragen“ waren, die man „dem 84-Jährigen stellen muss“. Fragen wie: „Was hat Hentig gewusst? Was hätte er wissen müssen? Und ist seine Pädagogik mitverantwortlich?“ Statt gerafft wiederzugeben, was ich darauf geantwortet habe, teilt der Redakteur Markus Verbeet zunächst das „vernichtende Zeugnis“ mit, das mir die „Süddeutsche Zeitung ausgestellt“ habe: „Hentig leugnet, verdrängt und bagatellisiert“ und lässt dann als Bestätigung folgen: „Hentig schreibt von ‚erstaunlichen Unterstellungen‘, betont immer wieder, dass nichts bewiesen sei; (…) bisher seien ‚nur Aussagen gesammelt, nicht geprüft‘ worden“; „über seinen Lebensgefährten verliert er kein einziges böses Wort, nicht einmal ein Zweifel ist auf den 7 Seiten zu finden“ – was in einer Zwischenüberschrift noch einmal zusammenfassend hervorgehoben wird: „Kein Zweifel, keine Kritik, sondern ‚Bewunderung‘ für den Lebensgefährten“. Ein klares Indiz: Mehr ist aus dem von Hentig abgelieferten Stroh nicht heraus zu dreschen …

 

Das Buch kaufen

zurück