Leseprobe Kapitel 14

Sten Nadolny
Aus Kapitel 14:  Fünf Menschen wollen mir helfen – ich habe von ihnen gelernt

Nadolny hat das in einem Brief, den er nach Gerold Beckers Schuldbekenntnis vom 18.03.2010 geschrieben hat, in einer Frage untergebracht, die er Gerold Becker heute stellen würde, wenn er ihm begegnete: „Wieso ließen Sie zu, dass Hentig für Sie im Sinn der Unschuldsvermutung kämpfte und dabei schwere Blessuren holte?“ (22.03.2010)

Das war Sten Nadolnys „Beistand“ – nun freilich nicht gegen die Schultz’ und Schindlers und Zastrows, sondern gegen den von Gerold Becker am Freund verursachten Schaden. Da ich Gerold Becker den Vorwurf von Sten Nadolny nicht mache, hat Sten Nadolny mir damals hauptsächlich dadurch wohlgetan, dass er mir meine Ahnungslosigkeit bedingungslos glaubte. Vermutlich war das der größte nötige und mögliche Beistand gegen das größte Unglück: den Verlust der Glaubwürdigkeit. – Und dies wiederum ist der stärkste Anstoß für meine Nachdenklichkeit, muss ich mir doch vorhalten, dass auch ich anderen Menschen – den anklagenden Opfern – die Glaubwürdigkeit verweigert habe…

 

 

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