Leseprobe Kapitel 17

Publizistische Verwahrlosung
Aus Kapitel 17: Folgen – nicht nur für mich

… Dass etwas so Abgründiges wie die Missbrauchsfälle in Schulen die Medien zunächst mehr zum Draufhauen als zum Nachdenken veranlassen, wird man ihnen nachsehen. Da kaum jemand wagt, ihre Berichterstattung und Kommentierung zu kritisieren, aus Angst, auf die falsche Seite gestellt zu werden, bleiben die Fehlunterrichtungen stehen. (…) Ich möchte fünf samples nachtragen, zwei, weil in ihnen eine spezifische Form der publizistischen „Verwahrlosung“ zum Ausdruck kommt, die man unter dieser Kennzeichnung nicht erwartet: die der völlig hemmungslosen Verdächtigung durch Assoziation; ein weiteres für die „Vergiftung“, die oft als einzige Waffe übrig bleibt, wenn der Beschuldigte die Beschuldigung überlebt; ein viertes für die Forschheit, ja Frivolität, mit der die eigentlich vom Gegenstand schon gelangweilten Journalisten ihren Schreibauftrag weiter bedienen; ein letztes für die hilflose Überhöhung, die sich aus dem Verzicht auf Aufklärung ergibt…

 

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