Leseprobe Kapitel 20

Um dem Labyrinth zu entrinnen
Aus Kapitel 20: Vier Himmelsrichtungen – 
aufeinander achten

… Ich greife auf ein am Anfang dieses Kapitels eingeführtes Bild zurück. Es ging um die Darstellung der spezifischen Nöte unserer Welt. Die Fülle und Komplexität der Mittel, Verfahren und Institutionen hätten sich zu einem „Labyrinth“ ausgewachsen, in dem sich die Menschheit eingerichtet und eingewöhnt habe und dem sie nun nicht mehr entrinne. „Labyrinth“ ist eine Metapher für einen Ort, dem man entrinnen will, aber nicht weiß, wohin, wodurch, womit, und das nicht, weil es keinen Ausweg gibt, sondern deren zu viele trügerische. Man findet sich nicht mehr zurecht. Nur den Teil des Vergleichs nehme ich hier in Anspruch (nicht auch den, dass es ein kunstvoll angelegtes Gefängnis für den Minotaurus war). Und von der Metapher „Himmelsrichtung“ nur diesen: Wenn man sich in einem Urwald, in einem ausgedehnten, von Schilf überwucherten Flussdelta, in einer amorphen fremden Großstadt, auf dem weiten Ozean ohne „Landmarke“ verirrt hat, braucht man vor allem eines – das Wissen, in welcher Himmelsrichtung die Rettung liegt. Die Himmelsrichtungen lernt jedes Lebewesen aus der Erfahrung, zwar nicht so bald wie Tag und Nacht, oben und unten, bekömmlich und unbekömmlich, aber doch, wenn es in einigermaßen „natürlichen“ Verhältnissen lebt, innerhalb der ersten drei Jahre: Sonnenaufgang, Sonnenhöchststand, Sonnenuntergang, „Mitternacht“, d.i. die Mitte der Strecke, die in der Dunkelheit liegt oder auch das Gegenteil vom Sonnenhöchststand (…) Obwohl es beliebig viele Richtungen gibt, orientieren wir uns an den mit Nord und Süd, Ost und West bezeichneten und durch Eindeutigkeit ausgezeichneten Himmelsrichtungen. Wir halten sie auf der „Windrose“ des Kompasses fest.

Etwas Entsprechendes habe ich mit dem Lebenskompass der Menschen / der Menschheit gemacht …

 

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