# Der pädophile Patient

 

Pädophilie ist ein Phänomen jedes Kulturkreises und jedes Zeitalters. Therapeuten, die sich mit diesem Tabu beschäftigen, sind sich sicher, dass es Pädophile immer geben wird. Gerade deshalb brauche die Gesellschaft eine offene Auseinandersetzung mit dem Thema, so ihre Forderung. Die ARTE-Dokumentation von  LIZ WIESKERSTRAUCH räumt mit Mythen auf und erläutert aktuelle Forschungsergebnisse.

 

Sie werden als Kinderschänder oder Triebtäter bezeichnet. In der Umgangssprache gibt es keinen angemessenen Begriff für Erwachsene, die ein sexuelles Interesse an Kindern haben. Pädophile werden von der Gesellschaft geächtet, von Pädagoginnen, Eltern und Kindern gefürchtet. Pädophile Fantasien sind eines der letzten dunklen Kapitel im Bereich der sexuellen Orientierungen.

Pädophilie ist ein Phänomen jedes Kulturkreises und jedes Zeitalters. Therapeuten, die sich mit diesem Tabu beschäftigen, sind sich sicher, dass es Pädophile immer geben wird. Gerade deshalb brauche die Gesellschaft eine offene Auseinandersetzung mit dem Thema, so ihre Forderung.

Die Dokumentation räumt mit Mythen auf und erläutert, worum es sich bei dieser sexuellen Störung handelt. Beispielsweise glauben viele Menschen, dass sexuelle Übergriffe an Kindern durch pädophile Neigungen des Täters motiviert sind, häufig handelt es sich aber um den Machtmissbrauch eines sexuell gesunden Menschen. Die Wissenschaft spricht von einer pädosexuellen Handlung.

Man geht davon aus, dass bis zu ein Prozent der Männer pädophile Neigungen hat. In Hannover forschen Sexualwissenschaftler nach den Gründen für Pädophilie. Sie vertrauen dabei nicht nur den etablierten MRT-Untersuchungen, die in der Diagnostik eingesetzt werden, sondern analysieren auch die Erbmasse von Pädophilen.

Seit 2005 bietet das Präventionsprojekt „Kein Täter werden“ an der Berliner Charité Hilfe an; Zweigstellen gibt es auch in weiteren deutschen Städten. Zehn Jahre später ziehen die Verantwortlichen ein erstes Fazit und erweitern ihr Therapieangebot. Doch es mehren sich auch kritische Stimmen: Angeblich geht die Behandlung nicht weit genug und müsste um eine Traumatherapie ergänzt werden.

http://www.arte.tv/guide/de/058926-000-A/der-paedophile-patient

1Kommentar

  1. Caspar Ibichei

    Das Therapieangebot ist eine Sache, der Weg dahin eine andere. KTW machte gute Werbung für eine Therapie und dort hat man(n) auch das Gefühl als Mensch angenommen zu werden. Das ist längst nicht bei jedem niedergelassenen Therapeuten so. Wir brauchen also nicht nur ein erweitertes Therapieangebot, sondern vor allem mehr fachkundige Fachleute. Die vorhandenen Traumatherapeuten reichen ja nicht einmal für die Opfer von Gewalttaten.

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