# Welchem Menschenbild, gesellschaftlichen Klima und Erziehungsziel dienen Sie?

… fragt u.a. DOROTHEE FRIEBEL, Diplom-Pädagogin und Pastorin, den Vorstand der DGfE in ihrer Antwort auf dessen erneute Stellungnahme vom 23.Juni 2017: „Wenn Ihnen daran gelegen wäre, ‚der wissenschaftlichen Aufarbeitung und Forschung zu sexueller Gewalt in pädagogischen Kontexten einen hohen Stellenwert zu geben‘, dann hätten Sie gerade jetzt analysieren und würdigen müssen, inwiefern das Konzept der Laborschule, mit der v. Hentig seine Pädagogik in der Praxis erprobt hat, wie kaum ein anderer Beitrag der Erziehungswissenschaft dabei helfen kann, die strukturellen und institutionellen Bedingungen zu minimieren, die Missbrauch an Schulen und anderen Einrichtungen begünstigen. Hier wäre eine genaue Prüfung der DGfE angezeigt und verdienstvoll gewesen und sie hätte Ihnen einen anderen Ausweg aus Ihrem Entscheidungsdilemma gewiesen. Denn die von H.v.Hentig verantwortete Laborschule ist im Hinblick auf konzeptionelle Prävention beispielgebend bis heute. Das aber ist Ihnen keine Prüfung und Würdigung mehr wert, obwohl Sie potentiellen Missbrauchsopfern damit wirklich helfen könnten…
Zur Beurteilung Ihres Beschlusses zur Aberkennung des Ernst-Trapp-Preises in Bezug auf Transparenz, Genauigkeit und der Einhaltung wissenschaftlicher Standards haben sich andere in ihren Stellungnahmen kritisch geäußert. Ich bin Pastorin und mir geht es um eine andere Dimension: Ich möchte Sie und Ihren Beschluss an dieser Stelle ganz pastoral an der Goldenen Regel Jesu messen, die eine Menschheitsregel ist und die besagt:
Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch‚(Mt.7,12).“ Weiterlesen

# Macht, Sexualität und Gewalt

„Wieder und wieder werden wir in den letzten Jahren mit der verdrängten Realität des sexuellen Missbrauchs und der Gewalt konfrontiert: ob im reformpädagogischen Milieu der Odenwaldschule, dem konservativ-zölibatären Umfeld der katholischen Kirche oder im Kontext der frühen Jahre der Partei der Grünen. In zyklischen Rhythmen gibt es neue Enthüllungen und neue Empörungswellen – und doch scheint die Aufklärung der Strukturen und Bedingungen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen immer noch einen blinden Fleck in der Gesellschaft darzustellen. Welche Tabus behindern bis heute die selbstkritische Analyse der Missbrauchs-Fälle? Welche Selbstgewissheiten müssen in Frage gestellt werden, damit nicht nur die Opfer Gehör finden, sondern auch die Ursachen bearbeitet werden? Welche juristischen oder politischen Konsequenzen für die Präventionsarbeit fehlen bis heute?“, fragt CAROLYN EHMCKE im Gespräch mit ANDREAS HUCKELE. Eine immer noch aktuelle Aufzeichnung aus dem Jahre 2013 in der Berliner Veranstaltungsreihe: streitraum. Weiterlesen